Impressum

Anschrift

 

Restaurant und Pizzeria Colosseo

Deutschhausstrasse 35 

35037 Marburg

E-Mail: pizzeria@colosseo-marburg.de

Eine verbindliche Reservierung oder Bestellung,

erfolgt nur durch FAX oder Telefonisch

Web: www.colosseo-marburg.de

 
   
Öffnungszeiten  
   
MontagGeschlossen 
Dienstag   11:30-14:30 und 17:30-24:00 
Mittwoch11:30-14:30 und 17:30-24:00 
Donnerstag11:30-14:30 und 17:30-24:00 
Freitag 11:30-14:30 und 17:30-24:00 
Samstag 11:30-14:30 und 17:30-24:00 
Sonntag11:30-14:30 und 17:30-24:00 
   
   

Hinweis:

Montag Ruhetag (außer Feiertag)

Küche bis um 23:00 Uhr

 

Telefon   06421 67899  
Fax 06421 690256  
Geschäftsführer   Salvatore Vullo  

Deutschhausstraße 35 – Biegenstraße 49

Das Gebäude wurde 1927 errichtet. Die Bauherren des Eckhauses, Wilhelm und Julius Bieker, richteten sich nach der damals modernen „Gartenstadtbauweise“, die sich von den umliegenden großen gründerzeitlichen Gebäuden deutlich abhebt. Dieser Baustil, der auch in der nördlichen Uferstraße zu finden ist, geht auf den englischen Architekten Ebenezer Howard zurück, und war die sozialgeschichtliche Antwort auf die verdichtete Bauweise der großen Mietskasernen des 19. Jahrhunderts in den europäischen Großstädten.  Gleichzeitig setzten die Bauherren auch baukünstlerische Zeichen. Sie griffen die typischen, am ebenfalls 1927 errichteten Kunstmuseum Marburg am westlichen Ende der Biegenstraße ebenfalls verwandten Baustilelemente des „Zackenstils“ nach dem Architekten Hubert Lütcke auf: Zacken und spitzen Formen in Fenstern, Türen und Gauben. Ein beeindruckendes spätexpressionistisches Ambiente mit auffallenden Raumteilerelementen, Heizungsverkleidungen und Deckenornamenten wurde in den Café- und Bäckereiräumen im Erdgschoss geschaffen.

Anfang der 1960er Jahre wurde das beliebte und bekannte Deutschhauscafé geschlossen. Die Räume fanden zunächst eine neue Nutzung: im Deutschhaus-Casino tanzten die Marburger am Sonntagnachmittag beim Tanztee Standardtänze.

Im Untergeschoss des Gebäudeteils Deutschhausstraße 35 befand sich in dieser Zeit ausserdem ein Kellerlokal, der „Pferdestall“. Rustikal-gemütlich eingerichtet, mit viel Holz und gedämpfter Beleuchtung, bot es den Gästen mit seiner besonderen Atmosphäre bei dezenter Musik und „gepflegten Getränken“ an zwei Bars ein Kontrastprogramm zur bürgerlichen Casino-Atmosphäre. Der Eingang ging über den tiefer gelegenen Hof, das „gemütliche Abendlokal“ Pferdestall war eher etwas für Eingeweihte der damaligen Marburger Kneipenszene.

Wenig später zog, ganz im damaligen Zeitgeist, ein italienisches Speiselokal („Santa Lucia“) in die ehemaligen Caféräume. Das Restaurant war bald ein beliebter Künstlertreff. Bedeutende Theater- und Konzertstars trafen sich hier nach ihren Tourneeaufführungen. Heimische Künstler (z.B. Karl-Heinz Kress und Franz Frank) ernannten es zu ihrem Stammlokal.

Die im Laufe der Jahre wechselnden Pächter ließen bei ihren Innenraumgestaltungen das Inventar weitgehend unangetastet – zum Glück, denn so blieb das denkmalgeschützte Interieur erhalten. Die hinteren Funktionsräume der ehemaligen Bäckerei wurden im Laufe der Jahre jedoch völlig umgestaltet.

80 Jahre nach der Erbauung stand eine Grundsanierung des Restaurants an. Die Räume waren heruntergekommen und dunkel, alle Installationen mussten neu eingebaut werden. Das Restaurant wurde behutsam und mit viel Eigenleistung der Gastwirtsfamilie saniert. Die neuen, wärmegedämmten Fenster wurden den ursprünglichen Fensterformaten originalgetreu nachgebaut. Im Innern wurden die vielen Farbschichten an Wänden, Decken, Holzeinbauten und Türen behutsam abgetragen. Bei der Neuwahl der Farben fiel die Entscheidung auf das typische helle Elfenbein der Erbauungszeit mit einem leichten Rosé-Farbton für die Wandverkleidungen. Alle Maßnahmen wurden eng mit der Denkmalabteilung der Stadt Marburg abgestimmt.

Nach vierteljähriger Bauzeit konnte das Restaurant (heute „Colosseo“) in neuem Glanz wiedereröffnet werden. Seither finden wechselnde Kunstausstellungen in den Räumen statt, die alte Tradition des Künstlertreffs wurde neu belebt.

2008 erhielt das Gebäude auf der rückwärtigen Hofseite einen modernen Küchen-anbau in Form eines roten Würfels. In den Folgejahren wurden alle Wohnungen des Eckhauses renoviert und zum Teil mit Balkons versehen.

Nachdem auch die Vorderfassade des Gebäudes nach den historischen Farbbefunden und das Schieferdach wieder originalgetreu instandgesetzt worden sind, hat das Gebäude seine ursprüngliche Ausstrahlung 90 Jahre nach seiner Erbauung wiedererhalten.